Glück

Über wenige Themen wurde so viel geschrieben und so wenig Einigkeit erzielt. Für Aristoteles war Glück kein Gefühl, sondern eine Lebensform — Eudaimonia, erkennbar erst, wenn man ein Leben als Ganzes betrachtet. Für die Epikureer war es die Abwesenheit von Unruhe, für die Stoiker eine Folge der Tugend und nie ein Ziel. Nichts davon ist dasselbe wie gute Laune, und doch wird genau das am häufigsten verwechselt.

Liest man Zitate über Glück hintereinander, fällt auf: Die überzeugenden handeln von etwas anderem — von Arbeit, Beziehungen, Annahme, Aufmerksamkeit. Glück erscheint darin als Nebenwirkung, nicht als Zielscheibe. Das ist vielleicht die nützlichste Einsicht dieses Genres: Die direkte Jagd nach Glück führt selten hin.