Weisheit

In der westlichen Tradition wird Weisheit fast immer über das bestimmt, was sie nicht ist. Sokrates ist berühmt für die Behauptung, er wisse, dass er nichts wisse; das war keine Bescheidenheit, sondern Methode. Wissen ist eine Menge von Fakten, Weisheit heißt zu wissen, was damit anzufangen ist — und öfter noch, wann es zu wenige sind.

Zitate über Weisheit klingen deshalb beinahe enttäuschend schlicht. Sie bieten kein System, sondern Maß: wie viel zu sagen, wann zu schweigen, wie weit dem eigenen Urteil zu trauen ist. Östliche Traditionen fügen ein Misstrauen gegen Worte hinzu — Laotse eröffnet sein Buch mit der Warnung, das Wichtigste lasse sich nicht sagen.